Multiple Sklerose

Schwerpunkte der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Sie gilt als die häufigste zur Behinderung führende neurologische Erkrankung im jungen Erwachsenenalter, bricht aber in seltenen Fällen auch schon vor dem vollendeten 16. Lebensjahr aus. Man nimmt an, dass die frühe Krankheitsmanifestation durch spezifische Umweltfaktoren in Kombination mit einer genetischen Prädisposition begünstigt wird. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG ist deutschlandweit führend in der Behandlung der pädiatrischen Multiplen Sklerose und betreut das bundesweit größte Register MS-kranker Kinder und Jugendlicher aus allen Teilen Deutschlands.

Im Gegensatz zu Erwachsenen mit Multipler Sklerose erholen sich pädiatrische Patient*innen von den Symptomen eines MS-Schubs schneller und meist vollständig, so dass es zu einer langsameren Krankheitsprogression kommt. Aufgrund des frühen Erkrankungsbeginns erleiden sie aber dennoch in einem jüngeren Lebensalter dauerhafte Behinderungen. Zu unseren Forschungszielen gehört es deshalb, das Krankheitsgeschehen im Zuge einer pädiatrischen MS-Erkrankung besser zu verstehen und so die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Diagnose- und Therapieverfahren zu schaffen.

AG Gärtner/Rosewich

Klinisch untersucht die AG den Einfluss neuer immunmodulatorischer Wirkstoffe auf den Verlauf der pädiatrischen MS, auch unter dem Aspekt, valide Sicherheitsprofile für die jeweiligen Medikamente zu erstellen. Im Bereich der Grundlagenforschung sollen pathogenetische Mechanismen zur Krankheitsentstehung aufgeklärt werden, um diejenigen Parameter zu identifizieren, die zu der ungewöhnlich frühen Manifestation einer MS im Kindes- und Jugendalter führen. Ebenfalls im Bereich der Grundlagenforschung angesiedelt ist ein Projekt zur Testung potentieller Biomarker, also quantifizierbarer Indikatoren für MS-typische progressive Demyelinierungen und axonale bzw. neuronale Degenerationsprozesse. Langfristig sollen geeignete Biomarker zum einen als neue Diagnoseoptionen genutzt werden, zum anderen aber auch, um die individuelle Krankheitsaktivität und Wirkung von Therapeutika auf den Krankheitsverlauf gezielt verfolgen zu können. Das kindliche Nervensystem ist entwicklungsbedingt gegenüber schädlichen Einflüssen sehr empfindlich. Um mögliche Schäden einzudämmen oder zu verhindern, ist eine zielgerichtete, frühestmöglich einsetzende Behandlung und damit auch eine eindeutige, frühzeitige Diagnose bzw. eine belastungsarme und zuverlässige Therapiekontrolle unabdingbar.

Drittmittelförderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung, DMSG Stiftung, Industrie

Kontakt

Direktorin

Univ.-Prof. Dr. med. Jutta Gärtner

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Sekretariat

Leitender Oberarzt

Prof. Dr. med. Hendrik Rosewich

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Sekretariat

Oberarzt

Prof. Dr. Peter Huppke

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