Neurobildgebung

Bildgebung bei Leukodystrophien

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist hervorragend geeignet, die Struktur des Hirngewebes nicht-invasiv zu untersuchen und mit hoher Genauigkeit pathologische Veränderungen zu identifizieren. Neben der strukturellen Bildgebung eröffnen moderne MRT-Methoden darüberhinausgehende Einblicke in Stoffwechselvorgänge und Hirnreifungsprozesse, wie die Bildung der Markscheiden (weiße Substanz), auch Myelinisierung genannt. Sie ermöglichen mit unterschiedlicher Spezifität die Messung des Myelingehaltes und damit z. Bsp. die Abschätzung eines Myelindefizits bei Leukodystrophien mit defekter Markscheidenbildung sowie exakte Verlaufsbeobachtungen anhand der quantitativen MR-Parameter.

Zerebraler Liquorfluss

Das Hirnwasser, auch als Liquor bezeichnet, umgibt Gehirn und Rückenmark in Schädel und Wirbelkanal und ist essentiell für dessen Gesunderhaltung. Aktuellste Forschungen wälzen gerade unser bisheriges Verständnis von Liquorfluss und seinen Funktionen um. Die Echtzeit-MRT mit ihrer extrem hohen zeitlichen Auflösung ermöglicht Beobachtungen simultaner physiologischer Vorgänge, wie Herzschlag, Atmung und z. Bsp. Blutfluss ähnlich wie in Filmaufnahmen. Durch deren Anwendung für die Untersuchung der Liquordynamik erlangen nun wir neue Einblicke in dessen komplexe Zirkulation und konnten bereits die tiefe Inspiration als die eigentliche Antriebskraft identifizieren.

AG Dreha-Kulaczewski

Myelinsensitive MR-Bildgebung bei Leukodystrophien

Die bisherigen Arbeiten führten zur Etablierung eines multimodalen, state-of-the-art MR-Untersuchungsprotokolls für die quantitative Charakterisierung von grauer und weißer Hirnsubstanz. Neben Hirnvolumen und Mikroarchitektur des Hirngewebes liegt der Fokus bei den myelinsensitiven MR-Parametern, die Änderungen des Myelingehaltes im Erkrankungsverlauf bekannter oder ungeklärter Leukodystrophien mit unterschiedlicher Spezifität erfassen. Ziel der Forschungsarbeiten ist die Aufstellung zuverlässiger, quantitativer MR-Imaging Biomarker für die Beurteilung von natürlichen Krankheitsverläufen sowie von Therapieeffekten auf Myelinisierung und begleitende neurodegenerative Prozesse.

Drittmittelförderung: Verein Pelizaeus-Merzbacher-Syndrom e.V., ELA Deutschland e.V.

Dynamik des Liquorflusses bei Störungen der Liquorzirkulation

Mit der Echtzeit Fluss-MRT gelang uns in vorangegangenen Studien, die Inspiration als Antrieb der Liquordynamik zu identifizieren und quantitative Flussparameter wie Geschwindigkeit, Richtung und Volumen im Aquädukt und entlang des Spinalkanals zu ermitteln. Der aktuelle Forschungsschwerpunkt liegt in der Translation der neuartigen Methode in eine Diagnosemodalität für Patienten mit verschiedenen Hydrozephalusformen und anderen Erkrankungen mit Störungen der Liquorzirkulation. Ziel ist es, eine neue adaptierte Klassifikation des Krankheitsbildes Hydrozephalus zu erstellen und erste personalisierte chirurgische bzw. konservative Therapiestrategien zu entwickeln und zu validieren.

Drittmittelförderung

Mrs. L. Grun Funds, Physics-to-Medicine Focus on Heart and Brain

Kontakt

Fachärztin

PD Dr. med. Steffi Dreha-Kulaczewski

Kontaktinformationen

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